Versorgt. Verdingt. Vergessen?

Archiv des Erinnerns

Bundesamt für Justiz

Nationale Wanderausstellung: Lausanne, Luzern, Schaffhausen, Bellinzona, Bern, 2025-2028

Die nationale Wanderausstellung VERSORGT. VERDINGT. VERGESSEN? beleuchtet die Schweizer Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen sowie deren Aufarbeitung und trägt sie in alle Landesregionen. Im Ausstellungsbau setzen wir auf maximale Modularität ohne auf hohe atmosphärische Qualitäten zu verzichten.

Raumhohes Mahnmal

Das Archiv ist ein dokumentarischer Erzähl- und Erfahrungsraum. Im Fokus steht ein Mahnmal, gebaut aus Tausend Schubladen. Diese stehen stellvertretend für die Hunderttausenden von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffenen Menschen in der Schweiz.

Gemeinsam am Tisch

An Archivtischen begegnen die Besuchenden in atmosphärischen, audiovisuellen Erzählungen den Betroffenen und ihren persönlichen Lebensgeschichten.

Dramaturgie

Inhaltlich und räumlich ist die Ausstellung in zwei Hauptkapitel gegliedert – dem stark immersiven Archiv und dem dialogisch angelegten Forum. Die Rahmenerzählung in Intro und Outro bildet der Weg der Anerkennung.

Ort des Dialogs

Das Forum schlägt den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart und lädt in einer dialogischen Videoinstallation zu einer Auseinandersetzung mit historischer Verantwortung und Wiedergutmachung und heutigen Werten und Normen ein. Im Zentrum des Forums steht eine Arena als Sinnbild für gesellschaftlich-demokratische Aushandlungsprozesse. Zudem werden Besucher:innen eingeladen, ihre Erfahrungen und Wertvorstellungen einzubringen.

Modularer Ausstellungsbau

Auch wenn es nicht danach aussieht: die Ausstellung besteht aus modularen Ausstellungselementen, die innerhalb kurzer Zeit auf- und abgebaut und kompakt transportiert werden können. Modularität sowie eine detailierte Logistik- und Montageplanung waren wesentlich für das Gelingen des Projektes.

Medientechnische Entwicklung

Um an den Archivtischen möglichst intime mediale Begegnungen mit den Betroffenen entstehen zu lassen, haben wir auf eine eigens entwickelte medientechnische Lösung gesetzt: kleine, in Leuchtenschirme integrierte Projektoren, die Hände und Erinnerungsstücke der Betroffenen auf die Tischoberfläche projezieren – als würde man mit ihnen am Tisch sitzen.

Auftraggeber:in
Bundesamt für Justiz BJ
Konzept und Realisation
ARGE Expositionen / ZMIK
Kuration und Projektleitung
Detlef Vögeli, Expositionen
Szenografie
ZMIK
Ausstellungsgrafik
Studio Way
Medienplanung
Tweaklab AG
Lichtplanung
Gradation
Ausstellungsbau
Jehnich Metall- und Messebau
Fotos
MHL, Fotografien Nicolas Brodard / Bundesamt für Justiz, Fotografien David Harnisch / Bundesamt für Justiz, Fotografien Gabriel Jaun